Road-Trip: 5. Erster Tag in – Spain

20151007_130730_Fotor_CollageNachdem wir fertig gepackt und uns von allen verabschiedet hatten, brachen wir vormittags nach Spanien auf. Nur eine Stunde Fahrt brauchten wir von Perpignan bis zur Grenze. Als erstes ging es in Spanien auf meinen Wunsch und aufgrund der Empfehlung meiner Schwester in Richtung Girona. Meine Schwester berichtete mir, dass Girona eine schöne Stadt sein solle und außerdem gibt es in der Stadt das einzige 100 % Rohkost-Restaurant Spaniens – das Crudivega. Von diesem hatte mir meine Schwester schon oft begeistert erzählt und da ich gerne so viele “Raw Food Places” – von meiner Karte – wie möglich besuchen wollte, war es mir ein großes Bedürfnis dort einen Zwischenstopp einzurichten. Johannes freute sich auch schon mit der Restaurant-Expertin speisen zu gehen. Matthias hat es über sich ergehen lassen. Und ich hatte schon die Befürchtung, dass ich gar nicht hungrig sein würde, wenn wir ankommen.
Als wir am Restaurant ankamen befürchtete ich schon Schlimmes, weil es geschlossen aussah, aber es kam noch schlimmer: Statt einer Mittags-Siesta machte das Restaurant für drei Wochen Pause. Beeindruckend, dass sie sich das erlauben können. Die Pause nutzte das dreiköpfige Team um eine Herbst-Karte auszuarbeiten. Wir gingen kurz rein und unterhielten uns einen Moment und bekamen sogar noch Spirulina-Cracker für den Weg.

Als nächstes machten wir uns auf, um die Stadt zu erkunden und dies war eine schöne Belohnung nach dem Desaster in Perpignan.
Die Altstadt hat eine begehbare Stadtmauer, von der aus wir einen tollen Blick auf die Stadt hatten und auf der wir gut durch die Stadt kamen.

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20151007_131815_Fotor_Collage - GironaGirona liegt im Nordosten Kataloniens und ich habe auch einige katalonische Flaggen an den Häusern hängen sehen. Der Eintritt in die Kathedrale Santa Maria hätte sieben Euro gekostet. Der Eindruck von Außen ist schon sehr beeindruckend und hat uns gereicht.   
“Girona hat einen außerordentlichen Reichtum an imponierenden Monumenten in unvergleichlicher Dichte.” [1] Ja, diese Stadt ist wirklich sehr schön und lädt zum Schlendern und entdecken ein.
Eine Universität mit 14.000 Studierenden [1] gibt es auch und einige der jungen Studenten haben wir dort auch gesehen, als wir an und über der Universität vorbei gingen.

20151007_160504_Fotor_Collage Als nächstes sollte unser Weg nach Tossa de Mar führen. In der Küstenstadt war ich bereits Oktober 2014, um meinen Onkel aus Sibirien zum ersten Mal in meinem Leben zu treffen. Auch dieses Jahr machte er dort mit seiner Frau Urlaub und ich wollte beide gerne wieder treffen. Unglücklicherweise konnte ich ihn nicht erreichen, um ein Treffen zu vereinbaren, doch wollte ich nicht einfach so nah vorbei fahren und ihn verpassen und so ließen wir es auf unser Glück drauf ankommen und fuhren einfach hin.
Wir nahmen die Bundesstraße von Girona aus und wollten über die Küstenstraße in den Urlaubsort. Die Küstenstrecke war sehr schön und wir hatten einige schöne Ausblicke doch brauchten wir auch mehr Zeit und so kamen wir gegen siebzehn Uhr am Hotel in Tossa de Mar an.

Ich machte mich alleine auf den Weg ins Hotel und rief von der Rezeption aus auf dem Zimmer an, aber keiner nahm ab. Dann suchte ich die Pool-Anlage und Hotel-Cafés ab und als ich schon fast aufgeben wollte, fand ich meinen Onkel an einem Tisch sitzend. Als ich ihn dann grüßte und umarmte war ich ganz überwältigt und er ziemlich überrascht. Im Nachhinein habe ich geschlussfolgert, dass er keine meiner Nachrichten bekommen hat und nicht wusste, dass ich auf dem Weg zu ihm war. Wir holten seine Frau, die auf dem Zimmer war, dazu und setzten uns in die Hotel-Lobby. Irgendwie haben wir es geschafft uns einigermaßen gut auf russisch zu unterhalten und hatten zwei schöne Stunden miteinander.
Nach dem Treffen habe ich gleich Lust bekommen meine rudimentären Russischkenntnisse auszubauen und meinen Onkel in Sibirien zu besuchen, aber dies definitiv im Sommer, wenn die Temperaturen etwas angenehmer sind. Im Winter kann es schon mal -72 °C [2] sein und von Oktober bis April gibt es ständig Schnee. In die Wälder zum Pilze, Beeren und Nüsse sammeln trauen sich wohl – seitdem wieder Bären dort sind, die auch Menschen anfallen – wenige. Aber auf den Märkten findet man die regionalen Produkte aus dem Wald trotzdem. Auf den Datschen (Grundstück mit Wochenendhaus) wird dort nichts angebaut, weil die kurzen, aber heißen (bis zu 42 °C [2]) Sommer dafür ungeeignet sind. Dafür gibt es auf den Datschen Saunen und Gelegenheit, um Ruhe und Entspannung zu finden.

Nach dem kurzen Besuch verließen wir Tossa de Mar. Es ist eine hübsche überschaubare Küstenstadt mit historischem Altstadtkern und wird von einigen Touristen besucht. Eine hübsche Festung hat die Stadt auch, die ich von meinem Besuch im Oktober 2014 kenne. Auf dem weiteren Weg ging es auch durch Loret de Mar. Einem für Partys bekannten Touristenort.

2014-10-05 - Barcelona - ES (23)_Fotor_CollageWir sind weiter in den Süden gefahren und haben in der Ferne Barcelonas Lichtverschmutzung gesehen. Ich war bei meinem letzten Spanienbesuch Oktober 2014 ein paar Tage mit meiner Schwester in Barcelona, wo sie mir die schönen Ecken der Stadt, die sie von einem Semester Studium in Barcelona kennt, gezeigt hat und wir auch drei Rohkost Restaurants besucht haben:

  • Cafe Blueprojekt: Haben, obwohl alles aus war, uns noch etwas gezaubert und das Magic Hummus war sehr gut. Siehe Foto rechts und das Video dazu.
  • Teresa Carles: Hier war bei unserem Besuch sehr viel los und wir hatten Glück, dass wir noch einen Tisch in dem vegetarischen Restaurant bekommen haben. Wir hatten hier einen Salat mit Algen. Es war eine tolle Vorspeise für das Flax&Kale, das gleich um die Ecke ist, und wo wir unsere Hauptspeise eingenommen hatten.
  • Flax&Kale: Hier habe ich die beste Raw Vegan Lasagna bisher gegessen. Und besonders (ungewöhnlich) ist, dass es hier auch Rohkost-Gerichte mit tierischen Produkten gibt.

Raw Food in Blueproject – Barcelona (Spain) from Raw Food Places on Vimeo.

Es war Thema ob wir in Barcelona einen Zwischenstopp machen. Da Matthias (Fahrer) nach dem Debakel in Perpignan keine Lust mehr auf Stadt hatte, obwohl Girona ihm gefallen hatte, hätten Johannes und ich uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt begeben können. Da mir aber unter diesen Bedingungen – ich hätte gehetzt und wäre unentspannt, weil jemand auf mich wartet; ich würde mich als “ortskundige” (ich wurde das letzte Mal von meiner Schwester geführt) völlig planlos fühlen und letztendlich ist es eine Großstadt mit all ihren Vor- und Nachteilen – nicht nach einem Besuch war, ließen wir es. Etwas leid tat es mir doch, weil Johannes das bunte, verspielte und künstlerische Barcelona nicht kennt, aber irgendwie passte es (für mich) nicht. Bestimmt hätte ich anders gehandelt, wenn ich die Rohkost-Restaurants noch nicht gekannt hatte. Mittlerweile besuche ich Städte hauptsächlich wegen der Rohkost-Restaurants oder mache sie mir so erträglich. 

20151008_080013_Fotor_Collage Wir fuhren noch etwas Autobahn, um voran zu kommen und als Matthias genug vom Fahren hatte, haben wir einen Ort für die Nacht gesucht. Wir verließen die Autobahn und begaben uns ins Umland dazu. Die erste Stelle, die infrage kam, war jedoch zu laut (Straßenlärm), um unser Lager aufzubauen. Also suchten wir weiter und fanden einen guten Platz und legten unsere Matratzen aus. Die Umgebung war so wir ich sie mir auch in Russland hätte vorstellen können mit Nadelbäumen und passte gut zu der Begegnung mit meinem Onkel und meiner Tante. Ich legte mich geschützt zwischen meine Begleiter in eine Reihe neben dem Auto und wir schliefen unter einem fantastischen Sternenhimmel (so schön, dass ich mit meiner Brille auf der Nase einschlief) und bei Geräuschen von umherlaufenden Wildschweinen ein.
Was für ein ereignisreicher und schöner Tag!
Direkt nach dem Erwachen sattelten wir wieder auf und es ging weiter in Richtung Süden.

Quellen
[1] Wikipedia: Girona
[2] Wikipedia: Sibirien

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