Pilze sammeln – Switzerland

20150927_100400_Fotor_Collage-Pilze

Sonntag früh. Ich bin gerade aus dem Schlafsack geklettert und habe mich im Bad fertig gemacht, da bekam ich mit, dass in 10 Minuten eine Pilzführung beginnen solle. Da war ich natürlich gleich mit dabei und habe das geplante joggen auf später verschoben und mich schnell auf den Weg in den Wald gemacht.

Nach dem wir zu zweit zum Treffpunkt in den Wald gehetzt sind, fanden wir eine Gruppe von vorwiegend älteren Herrschaften. Wir wurden herzlich aufgenommen und nach einigen Minuten ging es dann auch schon mit einer Begrüßung eines Pilzvereins-Mitglieds los und anschließend stellte uns eine erfahrene Pilzsammlerin einige Pilze vor, die sie für uns vorbereitet hatte.
Sie begann mit den Grundlagen und erklärte zum Beispiel, dass was wir für gewöhnlich als Pilz bezeichnen eine Pilzfrucht ist. Vergleichbar mit einem Apfel.

Anschließend haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt und sind in den Wald gegangen um Pilze zu sammeln und noch mehr von unseren Begleitern zu lernen.
Ich war in der Gruppe von Maria und diese isst gar keinen Pilz roh. Nicht einmal den von mir so geschätzten und schon oft roh gegessenen Parasol.

20150921_091503_Fotor_Collage Parasol
Meine Liebe zu diesem Pilz habe ich in Italien auf dem Feigenfest in 2013 entdeckt. Franz war so nett und hat uns welche von seinen Spaziergängen mitgebracht und probieren lassen und bei einem Besuch in Augsburg hat er mir dann im Wald gezeigt, wie ich ihn erkenne.
Zu meinem Glück habe ich dann in Frankfurt in den Schwanheimer Dünen einige Exemplare davon gefunden und bin nun jedes Jahr im Herbst dort und sammle wunderschöne Exemplare. So auch schon dieses Jahr. Wobei ich Mitte September bloß die Jungpilze, deren Hut eiförmig bis kugelig sind, gefunden habe.
Ein ausgewachsener Pilz kann einen Durchmesser von bis zu dreißig Zentimeter haben. Davon kann man schön satt werden. Ich esse am liebsten zuerst den Stiel und dann den Schirm am liebsten etwas angetrocknet am nächsten Tag oder einfach sofort.
Viele Leute, denen ich mit meinem Fund begegnet bin (lässt sich schwer verstecken), erzählen mir wie gerne sie diesen essen und das er sie geschmacklich an Schnitzel erinnert.
Leider haben wir bei dieser Wanderung keinen gefunden, jedoch hat eine andere Gruppe sehr viele davon gefunden. Ich war ganz neidisch auf den Fund. Ein echt toller und leckerer Pilz.

20150927_103341_Fotor_Collage Hallimasch
Den ersten Pilz, den wir im Wald gefunden hatten, war der Hallimasch.
Der Hallimasch ist an abgestorbenem Holz oder als Parasit an noch lebenden Bäumen oder Wurzeln zu finden. Er tritt in der Regel in Büscheln auf. Er sieht abhängig von dem Holz (Nadel- oder Laubholz) auf dem er wächst unterschiedlich aus.
Uns wurde mitgeteilt, dass der Hallimasch essbar ist, wenn er getrocknet oder abgebrüht wurde. Beim Abbrühen sollte das Wasser unbedingt weggeschüttet werden.
Wir haben einige Hallimasch-Pilze zwei Tage lang getrocknet und dann probiert und sowohl Hannes als auch ich haben den Pilz als im Hals reizend empfunden und ausgespuckt. Von diesem rate ich für den Rohverzerr definitiv nach eigener Erfahrung ab. Vielleicht ist er genießbar, wenn er über 40° Celsius getrocknet wurde.
Schade, denn diesen Pilz haben wir viel im Wald gefunden und auch in großen Mengen.

 

20150927_114350 Maronenröhrling
Diesen Pilz kenne ich nun auch schon seit meiner ersten Pilzwanderung in 2013. Das spannende und ein eindeutiges Merkmal dieses Pilzes ist das er an Druck- oder Schnittstellen bläulich anläuft.
Unsere Pilzexpertin erzählte, dass sie sich gar nicht mehr für diesen Pilz bückt, weil er oft verwurmt 90 % oder verpilzt ist. Wir fanden trotzdem einige schöne Exemplare und trockneten sie.
Der getrocknete Maronenröhrlinge ist ein leckerer Pilz und zum Rohverzerr durchaus geeignet und zu empfehlen.

 

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Beute
Ich fand auch noch einen Riesenschirmpilz, der verwand mit dem Parasol ist. Champignons, die nach Bittermandeln rochen und sehr lecker waren, und Pilze, die nach Knoblauch duften, haben wir auch gefunden und mitgenommen zum Trocknen.

Nach dem Pilzesammeln fanden sich alle Teilnehmer an der Reuss an einem Grillplatz zusammen, aßen ein Pilz-Gericht und Gegrilltes, ließen es sich gut gehen und ließen die Veranstaltung ausklingen. Schließlich findet diese Veranstaltung nur einmal im Jahr statt und ich hatte Glück dabei zu sein.
Ich schnitt im Anschluss an die Veranstaltung zu Hause die Pilze zurecht und legte sie in den Trockner.

Fazit
Es gibt Pilze, die durchaus roh gegessen werden können und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr lecker sein kann. Leider habe ich keinen neuen für mich genießbaren Pilz dazugelernt was ich mir erhofft hatte.
Am einfachsten ist es, um Pilze für den Rohverzerr kennen zu lernen, mit Rohkostlern, die Erfahrung haben mit Pilze sammeln, in den Wald zu gehen. So war ich zum Beispiel schon mal mit Nils im Wald, nachdem ich seinen Beitrag zu Waldpilzen gelesen habe: Waldpilze als Bereicherung der Rohkost-Ernährung Hier könnt ihr noch ein paar weitere Anregungen finden.

Ich berichte hier von meinen Erfahrungen und Beobachtungen und empfehle jedem sich selbst mit dem Pilzesammeln zu beschäftigen. Ich selbst bin da erst am Anfang und sammele und empfehle nur die, mit denen ich mich auskenne und bei denen ich mich sicher fühle. Die Pilzexpertin meinte: “Jeder Pilz kann probiert werden, aber nicht runterschlucken.” Das läd dazu ein auf das eigene Körpergefühl zu hören. Einige Pilze riechen lecker oder intensiv zum Beispiel nach Anis, aber sollen anders (ungenießbar) schmecken. Und wie heißt es so schön: Alles ist essbar, manches nur einmal.
Beachtet auch, dass es anderer Orts zum Verwechseln ähnliche Pilze gibt. So hat sich wohl bereits ein syrischer Flüchtling in Deutschland am Knollenblätterpilz tödlich vergiftet, da er einem essbaren Pilz aus seiner Heimat ähnelt. Auch dem Champignon ähnelt der Knollenblätterpilz.
Ich empfehle die örtlich angebotenen Pilzsammlungen und Pilzkontrollen war zu nehmen (auch an Urlaubsorten) und sich von Erfahrenen einweihen zu lassen.

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2 Gedanken zu “Pilze sammeln – Switzerland

  1. Pingback: Road-Trip: 2. Im Aargau – Switzerland | Wissenshungrig

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