Land in Sicht – Klang, Malaysia

2014-11-24 - Pacific Link (4)_Fotor_Collage

Das wir auf der Pacific Link nach 25 Tagen Fahrt am 25.11.2015 in Malaysia im Hafen Port Klang ankommen, hat sich dadurch bemerkbar gemacht, dass die Wasserqualität immer schlechter wurde und einige Fischerboote zu sehen waren. Im Wasser schwammen Holzstämme aber auch einiges an Müll herum. Es war recht warm und ich hatte mein Gepäck fertig gepackt. Ich war aufgeregt und nervös und die letzten Stunden hatte ich in der Küche verbracht und Abschied genommen.

2014-11-25 - Pacific Link -- Klang Port Collage Der erste Schritt auf festem Untergrund war weniger spannend und ging etwas unter, weil ich mich beeilt habe sicher mit meinem Gepäck bei dem Auto des Agenten anzukommen und das ohne die ungewohnte Treppe hinabzustürzen und die Hafenarbeiter beim Ent- und Beladen des Schiffes zu stören.

Der Agent holte mich ab, um mit mir meine Einreise (Visa) zu arrangieren und mich zu meinem Hotel zu bringen. Er hielt mich für sehr mutig, weil ich alleine reise. Er selbst, Familienvater von einem kleinen Jungen, würde sich dies nicht trauen. Was für unterschiedliche Weltbilder es doch gibt.
Durch den Hafen und zu dem Hotel fuhren wir mit seinem privaten Fahrzeug, mit dem er täglich seine Arbeit als Agent verrichtet. Von dem Unternehmen, bei dem er angestellt ist, bekommt er ein entsprechendes Benzin-Geld.

Die ersten Eindrücke von Malaysia waren sehr spannend und ich fragte meinen Begleiter über alles Mögliche aus.

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Hotel MalaysiaVorrausschauend hatte ich mir bereits in Deutschland ein Hotel in Klang herausgesucht. Da bei einer Reise mit einem Frachtschiff sich die geplanten An- und Abfahrten verändern können, habe ich nicht im Vorfeld das Hotel gebucht. Ich hatte mir das Hotel Family Hotel Malaysia herausgesucht. Ich war im Nachhinein sehr froh, dass ich mir ein Hotel im Vorfeld ausgesucht hatte, weil bei meiner Einreise das Schiff angeben musste, wo ich als erstes hin will.

2014-11-25 - Kelang MY -- HotelCollage Bei dem Hotel vom netten Agenten abgesetzt, wurde ich mit allen nötigen Informationen (nächster ATM und Obstgeschäft versorgt). Für eine Nacht habe ich 98 RM (23,41 €) bezahlt und während meiner Anwesenheit habe ich 52 RM als Pfand hinterlegt.
Das Hotel ist in Ordnung und die Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit. Ich war jedoch froh, dass ich auf den Rat einer Freundin gehört hatte und mir ein Schlafsack Inlett (Hülle) mitgenommen hatte. Schon im ersten Hotel hatte ich das Bedürfnis diesen zu verwenden.

Angekommen. Wow, nach 25 Tagen sicherer, geschützter und umsorgter Reise, bin ich in einem völlig fremden Land mit einer für mich ungewohnten Kultur – alleine. Von meinem Zimmer aus konnte ich eine Moschee mit goldener Kuppel sehen und habe zum ersten Mal die islamischen Gebete (auch in der Frühe) gehört.    

Was habe ich zuerst gemacht als ich angekommen bin? Ich bin online gegangen und habe mich bei meiner Familie gemeldet und meine RSS-Feeds aktualisiert und mich mit neuen Interviews von www.bewusst.tv versorgt. Anschließend habe ich mich auf den Weg gemacht mich mit Bar-Geld zu versorgen. Das stellte sich als schwerer als erwartet heraus. Ich fand zwar schnell eine Bank (Maybank) doch konnte ich kein Geld abheben. Panik. Woran liegt es? An der neuen Karte, die ich zum ersten Mal benutzte? Ist sie vielleicht nicht freigeschaltet? Oder liegt es am Automaten? Andere schienen auch Schwierigkeiten zu haben. Was mache ich wenn ich kein Geld abheben kann? Was esse ich dann und wie soll ich auf die Dauer zurechtkommen? Ich hatte noch ein paar Euros und 20 Dollars dabei, die ich in Ringgit (lokale Währung) umtauschen könnte, doch lange würde ich damit nicht weit kommen. Ich ging wieder ins Hotel und kontaktierte die Bankgesellschaft über den online Chat, den sie anbieten und mir wurde versichert, dass die Karte funktionieren sollte. Also suchte ich eine weitere Bank und ich war sehr erleichtert, als ich dort Geld abheben konnte. Jetzt konnte ich beruhigt die Stadt erkunden gehen und mir etwas zu essen kaufen.

2014-11-25 - Kelang MY -- CollageIch spazierte durch die Stadt und entdeckte “Little India” und kam an einem hübschen Sportpark vorbei. Außerdem entdeckte ich einen Hindu-Tempel. Einen ersten Monsunregen durfte ich auch gleich am ersten Tag miterleben. Fast eine Stunde hat es geregnet und ich beschloss zusätzlich zu meinen Leguano Ballerinas und Wanderschuhe noch Wasserfeste Schuhe mir möglichst schnell anzuschaffen.
Jedoch war ich tendenziell enttäuscht von der Stadt: dreckig und als “weiße” Frau fühlte ich mich weniger wohl in dem Umfeld. Ich konnte gut nachvollziehen, warum in Reiseführern Klang als Zwischenstopp dargestellt wurde. Also schnell weg aus Klang. Als nächstes Ziel sollte es nach Kuala Lumpur gehen. Am nächsten Tag wollte ich einen Zug in die malaysische Hauptstadt nehmen. Die Fahrt würde wohl eine Stunde dauern. Das nächste Mal würde ich direkt vom Hafen nach Kuala Lumpur durchfahren, was jedoch wahrscheinlich auch zu viel gewesen wäre um sich angenehm zu akklimatisieren.
Außerdem kontaktierte ich über die Plattform www.workaway.info eine Farm auf der ich gerne mitarbeiten wollte und die in der Nähe von Kuala Lumpur sich befindet.

Auf dem Schiff fragte mich Lou was ich denn als erste Frucht essen würde wenn ich ankomme, denn auf dem Schiff war die Auswahl begrenzt und nach und nach waren die Früchte-Vorräte aufgebraucht. Doch ich konnte gar nicht sagen, was ich haben würde. Ich wusste auch gar nicht was es im Angebot geben würde. Soweit war ich zufrieden mit den grünen Äpfeln, die es an Board gab und wer weiß worauf mein Körper vor Ort Lust hat. Lou wusste schon das er als erstes Durian essen würde und ich war auch nicht abgeneigt damit zu beginnen.
Als ich die Obst-Geschäfte in Klang inspizierte war ich total gefrustet: alles war unreif. So hatte ich mir das exotische Früchte-Paradies nicht vorgestellt. Ich kaufte skeptisch und verzweifelt drei Mangos, zwei (rote) Drachenfrüchte, eine Papaya und in einem Bio-Geschäft Cocktail-Tomaten und Spinat.
2014-11-25 - Kelang MY -- Früchte Collage Auf meinem Zimmer probierte ich dann zum Mittag die Mangos. Somit aß ich als erste Frucht nach 25 Tagen auf der Pacific Link Mangos. Abends gab es dann die Drachenfrüchte und die Papaya. Nichts war ein Hochgenuss, doch ich hatte Hunger.
Erschrocken hatte ich mich, als ich nach dem Verzerr der Drachenfrüchte die Toilette besuchte, denn sie wirkt ähnlich wie rote Beete.

Nachts war es teilweise laut von den Straßen her und das Morgengebet aus der Mosche störte meinen Schlaf auch. Auf dem Schiff war es im Vergleich zum Stadtlärm viel leiser und dass obwohl ich auf einem riesigem und starkem Motor geschlafen habe.

Als ich das Hotel verließ, habe ich auch gleich ein paar Kleidungsstücke dagelassen, die ich wahrscheinlich so bald nicht mehr brauchen werde: Mütze, warmer Rock und so weiter. Trotzdem war ich noch sehr stark bepackt.

Mít dem Zug (einer Art S-Bahn) ging es dann nach Kuala Lumpur. Was ich dort erlebt habe, könnt ihr hier lesen: Großstadt nach ruhiger Überfahrt – Kuala Lumpur, Malaysia

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Ein Gedanke zu “Land in Sicht – Klang, Malaysia

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