Erste Etappe alleine: Sibu, Malaysia

Plan Änderung
Nach einer wunderbaren Zeit bei Serian im Dschungel mit Timmy und Marina stand meine erste Etappe vor mir auf der ich “alleine” unterwegs bin. Ich war im Vorfeld etwas aufgeregt, aber freute mich auch schon etwas darauf.
Im Moment will ich in Richtung Sandakan reisen, um von dort auf die Philippinen zu fahren. Das ist im Moment der grobe Plan, der sich jedoch auch schnell ändern kann. So schnell wie mein Plan von Serian nach Sri Aman, einer Stadt zwei Stunden Busfahrt von Serian zu fahren, weil ich befürchtete, dass die 7 Stunden Fahrt nach Sibu aufeinmal zu viel währen und ich zu spät ankommen würde. Außerdem kenne ich Sri Aman und dachte, dass dies auch ein guter Start sei: bekanntes allein erleben.

Als ich am Tag meiner Abreise aufwachte, hatte ich jedoch das Bedürfnis nach Sibu zu fahren. Ich machte mit mir aus, dass ich es von den Busmöglichkeiten abhängig mache.
Fertig gepackt habe ich unser Chalet gegen 07:45 Uhr verlassen und wusste, dass ich spätestens um 09:00 Uhr in Serian sein musste, um den Bus nach Sri Aman zu bekommen. Da wir die Uhrzeit für die Busse nicht herausfinden konnten, spielte ich mit dem Glück: Stündlich fährt ein Bus und er könnte bald kommen, oder ich habe ich knapp verpasst und damit könnte es sogar eng dem Bus nach Sri Aman werden. An der Hauptstraße angekommen, wo der Bus abfährt, habe ich mein Gepäck abgestellt und gehofft, dass mir jemand einen “free ride” (kostenlose Fahrt) wie schon so oft gibt. Damit die Wahrscheinlichkeit höher ist, habe ich meinen Daumen zusätzlich ausgestreckt und zu meiner Erleichterung wurde ich von einem netten Chinesen mitgenommen und zur Bushaltestelle in Serian gebracht. Angekommen (08.12 Uhr) habe ich mich nach den Bussen nach Sibu erkundet und der nächste Fuhr um 08.30 Uhr. Perfekt! Ich kaufte mir eine Karte und fühlte mich sehr wohl mit der Entscheidung. Um 14.30 Uhr sollte ich in Sibu sein und ich hatte sowieso reichlich Verpflegung (Rambutan, Chempedak, Langsat) dabei und war gerade sowieso völlig vertieft in ein Hörbuch, das ich liebend gerne weiter gehört hätte. Es passte und fügte sich einfach alles so wunderbar und ich war froh, dass ich im Vorfeld kein Busticket gekauft oder Hotel gebucht hatte. Dieses Verhalten hatte mich eher erstaunt, da ich im Vorfeld auch aufgeregt war und diese durch eine Vorbereitung vielleicht hätte minimieren können, so meine Überlegung im Vorfeld.

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Fahrt mit dem Bus
Mit dem Bus aus Serian – sieben Stunden Fahrt für 45 RM (10,55 €) – bin ich nach Sibu gefahren. Die Fahrt war angenehm und der Bus war kaum gefüllt. Selbst die Temperatur war für mich zu ertragen und ich brauchte bloß gelegentlich mein Fließ oder Decken-Schal. Meinen Schlafsack hatte ich zur Vorsicht jedoch mit am Platz falls die Klimaanlage zu stark kühlen würde.
Ich war super froh, wie alles lief und genoss den Ausblick aus meinem Fenster und hörte dabei ganz vergnügt das Hörbuch “Liebe geht durch alle Zeit – Rubinrot”.

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Auf der Fahrt habe ich auf einem Zwischenstopp eine Frucht-Entdeckung gemacht: Pulasan.

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Pulasan gehört wie Litchi und Rambutan in eine Familie und schmeckt ganz lecker: süß und saftig.  Eine Frau, die vor mir saß, kaufte auch diese Früchte und erzählte mir, dass die Pulasan auch in ihrem Garten in Kuching eingepflanzt hat und noch mehr einpflanzen will. Sie meinte auch das es eine Kreuzung zwischen Litchi ind Rambutan sein.

Angekommen bin ich am “long-distance bus terminal” bei Sungai Antu, 3 km westlich von Sibu. Von hier habe ich auf Empfehlung des Hotels-Empfangs ein Taxi zum Hoover Hotel für 18 RM (4,22 €) genommen. Im Nachhinein hätte ich mich lieber gedulden sollen und einen Bus (Nummer 20 und 21) in das Zentrum nehmen sollen für 2 RM (0,47 €).

Sibu
Sibu ist eine Stadt mit 225.000 Einwohnern. [2] Sein Maskottchen ist der Schwan.

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Der Name Sibu bedeutet Rambutan und diese Frucht wird hier während meines Besuchs viel verkauft.  

Durch Sibu fließt der FlussBatang Rejang. Es gibt einen kleinen Hafen für Frachtschiffe und für Schnellboote, die Passagiere befördern.    

Hotel – Hoover Lodging House
Da ich mich sehr spontan dazu entschloss nach Sibu zu fahren habe ich mir im Bus die Hotel-Empfehlungen aus dem Lonely Planet und Wikitravel notiert und von der Bushaltestelle aus das Hoover angerufen, weil die Beschreibung im Lonely Planet für mich am besten klang “[The Hotel] is  excellent  value  for money. Most rooms have high ceilings and attached  bathrooms.  You  can  also  safely store gear here while travelling upriver.” [3]. Am Telefon bekam ich die Auskunft, dass es ein freies Zimmer gab und das es 30 RM (7 €) kostet
Witziger weise hieß das Hotel, das ich in Sri Aman besuchen wollte, auch Hoover.

Ich bin zufrieden mit dem Zimmer gewesen, besonders auch, weil ich ein Fenster hatte, was keine Selbstverständlichkeit ist. Schade war, dass das WiFi (WLAN) nicht bis in mein Zimmer reichte und ich zum Surfen mich an die Rezeption gesetzt habe.

Sibus Attraktionen
Die Stadt ist recht überschaubar und bietet relativ wenig zum Entdecken. So auch die Einführung im Lonley Planet: “its attractions for travellers are limited, and most people only stay a night or two before pushing on up  the Rejang” [2] Mir reichte auch ein Tag in der Stadt, um alles für mich interessante zu besuchen, was ich im Visitors Informations Centre ausfindig gemacht habe. Hier die Orte, die ich besucht habe:

Visitors Information Centre
Keine Attraktion, aber ein Ort, den ich erst nach langem Suchen gefunden habe. Ich war richtig froh, dass mich ein Herr aus einem Geschäft mit (Grundstücks-?)Karten an der Wand (ich kann mir immer noch keinen Reim darauf machen, was er in seinem Geschäft anbietet) bis vor die Tür brachte, sonst hätte ich bestimmt über eine Stunde danach gesucht. Hätte aber auch mal den Stadtplan benutzen können.

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Hier bekam ich von einem sehr freundlichen Mitarbeiter Auskunft zu all meinen Fragen zu Sibu und meinen möglichen Reisezielen. Es ist das einzige Zentrum zwischen Miri und Kuching und ich war sehr froh über die Tipps und Informationen, die ich bekam.
Gut, dass der Besuch des Information Center zuerst auf meiner Tagesordnung stand. Denn einige Orte, die ich besuchen wollte, gab es gar nicht mehr oder sind umgezogen. Zum Beispiel existiert der Mist Garden nicht mehr, weil eine Straße dort gebaut wurde. Das Civic Central Museum ist umgezogen und befindet sich nun im Stadtkern in dem Sibu Heritage Center.

Sibu Heritage Center
Erzählt die Geschichte der verschiedenen Kulturen, die hier zusammen leben, und Sibus. Es ist ein Rundlauf und ich schätze, dass ich eine halbe Stunde mich dort befand und fast jede Tafel gelesen habe.

Tua Pek Kong Temple
Seine Geschichte ist bis 1870 zurück nachvollziehbar. [1]

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Es war mir möglich die sieben Stöckige Kuan Yin Pagoda – fertig gestellt 1989 – zu besuchen und einen schönen Überblick über die Stadt zu bekommen samt einer schönen ruhigen Auszeit von der geschäftigen Stadt. Denn ich bin alleine den “Turm” hochgestiegen. Beim Information Center bekam ich den Hinweis im Tempel nach dem Schlüssel für den Turm zu fragen und als ich an die offene Tür des Tempels kam, schickten mich die älteren Herren, die sich dort unterhielten zu einer Rezeption, um nach dem Schlüssel zu fragen. Ausgestattet mit dem Schlüssel ging es in den zweiten Stock, wo das Tor mit dem Schloss sich befand. Dies geknackt und hinter mir abschließend ging ich die restlichen Stockwerke hoch und schaute mir dann Sibu von oben an. 

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Sibu Central Market
Der größte “indoor” Markt in Malaysia und der größte Markt in Sarawak (Gebiet in Malaysia). Er wurde 1996 errichtet und von früh bis spät kann hier eingekauft werden. Nachmittags bis abends packen die Händler ihre Stände ein doch gibt es abends noch vereinzelt Früchte-Händler, die vor dem Markt ihre Stände haben.

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Ich kam sehr oft an dem Markt vorbei, weil er immer auf meinem Weg vom Hotel zu den Orten, die ich besuchen wollte lag. Wahrscheinlich auch, weil ich mich daran orientiert habe. Daher bin ich dort schon bekannt, weil ich aufgrund meines anderen “weißen” Aussehens auffalle.

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Meine Entdeckungen auf dem Markt: Durian Isu – Durio graveolens.
Sehr sehr lecker und wilder als die Kapung Duriane.

Most durians have 5 lobes or chambers of a few fruitlet tucked inside while durian isu has only 4 lobes with only one or two fruitlet in each lobe.Durian Isu has orange coloured fruitlet too but the color is a bit dull. Some have yellow flesh. Durian isu has very distinctive odor with thinner aril, tastes alcoholic and slightly bitter sweet. [4]

Ich kann zustimmen, dass ich mich an ein alkoholisches Mandel Dessert erinnerte nur noch viel besser. Die Farbe ging jedoch von orange bis fast rot.

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Sibu Night Market
Vom frühen Abend (18.00 Uhr) bis Mitternacht ist der Nacht Markt täglich geöffnet. Ich besuchte den Markt um 18.30 Uhr und es war recht überschaubar. Verkauft wurde Kleidung, Kleinkram und Essen. Mich hat nichts sonderlich interessiert und deswegen blieb es bei einem kurzen Schlendern über den Markt.

Kino
Keine touristische Attraktion, aber mein erster Besuch eines Kinos in Malaysia. Zudem auch mein erster so früher Aufenthalt in einem Kino. Um 12.15 Uhr ging der Film los. Geplant hatte ich einen Film für den Abend auszusuchen, aber als ich um 12 Uhr ankam bemerkte ich, dass der einzige in Frage kommende Film gleich läuft und da es mir zu dem Zeitpunkt passte bin ich für die Vorstellung geblieben. Die darauf folgenden Filme waren Horror Filme, die ich mir nicht angeschaut hätte.
Geschaut habe ich “Seventh Son” (Trailer). Der Film erzählte eine Geschichte über Hexen, die sich in Drachen verwandeln können und einen Hexen-Bekämpfer namens Gregori und seinen Lehrling. Beide haben sich je in eine Hexe verliebt und kämpfen mit ihren Vorurteilen und sind hin und her Gerissen durch ihre Gefühle für die Frauen. Klassisches Gut gegen Böse Thema. Hätte ich den Trailer vorher gesehen, hätte ich den Film wohl nicht gesehen, besonders weil ich Gregori nicht sonderlich sympatisch fand und ihn auch schwer verstanden habe. Aber ich hatte nur das Film Poster als Entscheidungskriterium und ich glaube, dass mich der Drache und Gregori, der dem Grauen Zauberer aus Herr der Ringe ähnlich sah, auf dem Poster dazu verleitet haben mich für den Film zu entscheiden.

seventh_son_ver10
Der Film lief auf Englisch mit malaysischem und chinesischem Untertitel. Für gewöhnlich lese ich die englischen Untertitel mit und ich brauchte ein paar Minuten um die malaysischen Untertitel zu ignorieren.
Es waren vielleicht noch 20 andere mit in der Vorstellung und ich habe für den Besuch 9 RM (2,11 €) ausgegeben.  Es gibt übrigens zwei Kinos in Sibu. Ich habe das Kino besucht, dass in einem Shopping Center sich befand. Im anderen Kino habe ich mir das Programm auch angeschaut, aber der Film “No grater love”, der wegen der Uhrzeit in Frage kam stammt aus 2009, gibt es bei YouTube in voller länge zu sehen und mich hat die Geschichte in dem Moment weniger angesprochen.
Es gab eine Film Vorschau, aber keine Werbung und so ging der Film schnell los und nach dem Ende stürmten alle schnell raus und ich war die letzte, die sich noch den Abspann solange anschaute bis das Bild schwarz wurde: circa eine halbe Minute. Keine wirkliche Würdigung der Beteiligten, aber als ich den Saal verließ, kamen auch schon die nächsten Besucher für einen Film herein.

Zwei Zitate habe ich mir während des Films notiert, die ich gut oder interessant fand:

  • „When you deal with the dark, then there will be dark within you“ und
  • „You chose this life.” answer: “It chose me.“

Es geht weiter
Nach zwei Nächten werde ich wohl Sibu verlassen und ich denke daran ein Boot nach Kapit zu nehmen. Einem Ort im Dschungel, der nur mit Booten zu erreichen ist. Dazu bestimmt und hoffentlich bald mehr.

[1] Wikitravel: Sibu
[2] Lonely Planet – Malaysia
[3] Lonely Planet – Southeaast Asia
[4] Wild Durians from Sarawak Rainforest

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Ein Gedanke zu “Erste Etappe alleine: Sibu, Malaysia

  1. Pingback: Wie gehts weiter? Kota Kinabalu, Malaysia | Wissenshungrig

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