Essen an Board eines Frachtschiffes

Auf der Pacific Link werden drei Mahlzeiten täglich angeboten: Frühstück, Mittag- und Abendessen.
Der Koch stellt jede Woche einen neuen Essensplan zusammen und serviert zu jeder Tageszeit eine warme Mahlzeit. Auf einem Frachtschiff ist es schwer es allen recht zu machen und dabei alle zu versorgen. Deshalb versucht der Koch extra Wünsche so wenig wie möglich entgegen zu nehmen. Weil er für jede Mahlzeit mindestens zwei unterschiedliche Gerichte bereitet: Ein Gericht für die deutsche Besatzung und ein anderes für die philippinische.
Sein größter Wunsch war mehr Gäste und Besatzungsmitglieder von meinem Schlag zu haben, weil ich für ihn ein sehr angenehmer und einfacher Gast war.

Folgend meine Mahlzeiten auf dem Schiff vom 01.-24.11.2014.

Frühstück
Seit einigen Jahren schon breche ich das nächtliche Fasten zwischen 12-13 Uhr mit einer Obst-Mahlzeit. Deswegen ist das Frühstück an Board für mich weniger von Interesse gewesen und ich nutzte die Zeit um meine Träume zu reflektieren, Tagebuch zu führen und Morgen-Gymnastik zu betreiben.
Über den Morgen und Vormittag verteilt trinke ich viel Wasser und wenn ich daran denke oder der Drang groß genug ist, lutsche ich vormittags (für gewöhnlich ab 10 Uhr) ein paar Scheiben von der Kassia Fistula.

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Mittagessen
Das Mittagessen wird an Board um 12 Uhr eingenommen. Ich begab mich meistens schon um 11.30 Uhr in den Essenssaal, um mit dem Koch und dem Mass Man einen kleinen Plausch abzuhalten. Dann nahm ich mir etwas Obst (Kiwi und/oder Apfel) aus dem Obst-Korb, der für jeden mit einer Auswahl an Kiwis, Äpfeln und Orangen gefüllt war. Außerdem holte ich mir das Obst, das für den Rest der Besatzung den Nachtisch darstellt, ab und nahm alles mit. Zu Mittag wird oft frisches Obst wie Weinbeeren (grüne und rote), Ananas, Melone oder Äpfel gereicht. Einmal gab es sogar Bananen, die sehr lecker waren.
Je nach hunger verspeiste ich das Obst nach belieben auf meinem Zimmer oder in der Sonne auf dem “Balkon”.

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Abendessen
Um 17.30 Uhr versammelt sich die Mannschaft wieder in den Essenssälen und in den ersten Wochen bediente ich mich an dem Buffet von der Salatplatte. Diese bestand oft aus:

  • Karotten
  • Radischen
  • rote und grüne Paprikas
  • Gurken
  • Zwiebeln
  • Eisbergsalate
  • Tomaten

Ich bediene mich immer herzhaft an den Karotten und dem Eisbergsalat. Von den Radieschen und Zwiebeln nahm ich mir oft ein paar Scheiben und bei den roten Paprikas und Tomaten bediene ich mich abhängig von der Ausprägung der Farbe, die ein Anzeichen der Reife ist.
Oft stellte ich mir einen Teller zusammen oder wenn es kein Buffet gab, wurde mir ein Salatteller hergerichtet und ich setzte mich an meinen Platz, um in Ruhe zwei Tassen Tee zu trinken (bis es mir zu warm dafür wurde) und mich mit meinen Mitreisenden zu unterhalten. Öfter nahm ich meinen Teller mit auf mein Zimmer, weil mir 17.30 Uhr oft zu früh für mein Abendessen war und um 18 Uhr meine Freunde in der Küche Feierabend machen wollten. Zusätzlich zur frühen Essenszeit kamen noch die Zeitumstellungen dazu, so dass ich eher gegen 18.30 Uhr hunger bekam und mein Abendessen auf dem Zimmer einnahm.
Auf dem Zimmer ergänze ich meinen Teller je nach Lust noch mit schönen Dingen von meinem Vorrat wie zum Beispiel leckeren Karotten von Gut zum Leben-Karotten aus der Frankfurter Kleinmarkthalle, anderem Gemüse (Sauerkraut, rote Beete, Tomaten, Zucchini), Sprossen, Algen und gelegentlich Walnüssen. Ab und zu hatte ich noch Lust auf Äpfel, dich ich dann als Nachtisch genossen habe.
Ich fand es ganz angenehm vorwiegend auf meinem Zimmer zu essen, weil ich dort die Ruhe und Muße hatte genügend zu kauen (in Gesellschaft lasse ich mich oft von dem schnellen Ess-Tempo anstecken) und auf meinen Körper zu hören: wie viel und was er gerade will zu mir zu nehmen. Außerdem brauche ich oft länger für meine Mahlzeit als die anderen Besatzungsmitglieder, weil ich oft ausführlich kaue und genieße.

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Zu Tisch herrscht oft eine stille Atmosphäre und jeder kommt zur Essenszeit, wie er es einrichten kann und geht oft schnell nach dem Speisen. Beim Essen wird je nach dem wenig gesprochen und die Meisten essen in Ruhe.

Gute Nacht Trunk
Vor dem Schlafen gehen trinke ich für gewöhnlich einen Trank aus drei Teelöffel Zeolith mit Wasser. Zeolith wirkt basisch, füllt die Mineralstoffreserven auf und bindet Schlackstoffe.

Leere Vorräte
Während der Fahrt habe ich meinen eigenen Vorrat auf eine rote Beete, eine Zwiebel, einige rote Karotten und viele Algen und Sprossen dezimiert. Die Vorräte auf dem Schiff wurden das letzte Mal in Singapur aufgefüllt und während meiner Anwesenheit sind uns die Kiwis, Gurken und Eisbergsalate ausgegangen. An meinem letzten Tag gab es noch drei Äpfel von meiner Lieblings-Apfelsorte der zur Auswahl stehenden zwei Apfelsorten. Es hat also alles perfekt für mich gereicht.

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Die Schiffsvorräte werden nach Bedarf aufgefüllt und der Koch gibt dafür eine Bestellung weiter und in einem ausgewählten Hafen wird die Ware auf das Schiff gebracht.

Abschlussbemerkung
Ich bin sehr gut zurecht gekommen mit dem Essen an Board und war sehr dankbar für die grünen Äpfel, die ich in den letzten Wochen zu jeder Mahlzeit hatte. Am letzten Tag habe ich beobachtet, dass es auch noch Zucchini und Sellerie gab, die ich bestimmt auch bekommen hätte.
Die letzten Wochen habe ich rein von dem Essen des Schiffes gelebt und das hat für mich auch wunderbar funktioniert. Es war trotzdem gut einen Vorrat dabei gehabt zu haben. Ich würde mir das nächste Mal weniger Algen und Sprossen für eine vergleichbare Reise mitnehmen und dafür lieber mehr frisches Obst.
Alles in allem war ich zufrieden damit wie gut alles funktioniert hat und würde die Fahrt wieder so gestalten.

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