Cashew

Der Cashewbaum trägt die Kerne seiner Früchte außen, ähnlich einer Erdbeere. Die Cashewfrüchte sind die Verdickungen des Fruchtstiels und damit sogenannte Scheinfrüchte; die eigentliche Frucht ist die Cashewnuss mit den darin versteckten nierenförmigen Samen, den Cashewkernen. [9] Die Cashewkerne sind somit keine Nüsse sondern Kerne, wie Apfelkerne. [5]
Die Früchte werden in Europa nicht angeboten, weil sie den Transportweg nicht überstehen. [5]

Cashewfrucht mit anhängendem Cashewkern am Baum

Cashewfrucht mit anhängendem Cashewkern am Baum

Cashewkern
„Die äußere Schale [des Kerns] ist so hart, dass sie normalerweise nicht einmal von Nagetieren zu bewältigen ist und den Keimling nur nach längerer Verrottung im Boden freigibt.“ [2]
Außerdem befindet sich in einer sogenannten Doppelkammer und nicht zwischen Nuss und der roten Haut der Schale ein giftiges und ätzendes Öl (Cardol), das den Kern (vor uns) schützt. [1, 5]  „Der Kontakt des Öls mit der Schleimhaut verursacht schwere Verätzungen; auf der Haut wirkt es stark reizend.“ [2] Die essbare Haut, die den Kern umgibt ist vergleichbar mit der Haut einer Mandel und enthält gesunde Bitterstoffe.
Eindeutige Anzeichen, dass der Kern für die Entstehung neuen Lebens in Form eines neuen Cashewbaums mit leckeren Cashewfrüchten ist und nicht für den Verzerr bestimmt ist.

Wirkung
Kein anderes bekanntes Lebensmittel bietet so viel Tryptophan wie Cashewkerne. Tryptophan benötigt der menschliche Organismus um den Glücksbotenstoff Serotonin herzustellen. Kurz: Cashewkerne machen glücklich und können bei Depressionen helfen. [5]
So sollen 2 Hände voll Cashewkerne täglich Prozac, ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum, ersetzen können, somit ein natürliches Antidepressivum ohne Nebenwirkungen. [6]
Vom regelmäßigen Verzehr großer Mengen von Nüssen wird oft aufgrund seiner Säure erzeugenden Wirkung im Körper abgeraten. So empfiehlt Ayurveda (Wissen vom Leben) 3 Walnüsse oder 9 eingeweichte und geschälte Mandeln am Tag. Für Cashewkerne gibt es keine Beschränkung. [8] Wahrscheinlich weil der Cashewkern keine Nuss ist.
Ich selbst habe mal die Erfahrung gemacht, dass ich eine Zeit lang das Gefühl hatte keinen Tag ohne den Verzerr von Cashewkernen überleben zu können und habe deshalb Cashewkerne täglich verspeist. Ich kann rückblickend durchaus zugeben, dass ich zu dem Zeitpunkt verstärkt Serotonin gebraucht habe und bin beeindruckt wie eindeutig mein Verlangen darauf reagiert hat.

Der Name Cashew leitet sich von der indianischen Tupi Bezeichnung „Nierenbaum“ ab und „bezieht sich auf die Form der Kerne“ [2]. Kann hier die Signaturenlehre anzeigen, dass Cashewkerne gut für die Nieren sind?

Vom Baum in den Mund
In Deutschland ist es schwer möglich Cashewkerne zu ernten, weil die Cashew ursprünglich aus Brasilien stammt. Dadurch ist es für den Käufer von Cashewkernen sehr undurchsichtig, was auf dem Weg vom Baum in das Regal passiert.
Es scheint unterschiedliche Wege zu geben und ich will hier 2 Prozesse unter dem Aspekt der Rohkost darstellen.

Konventionelle Verarbeitung der Cashewkerne
Im Handel erhältliche Nüsse sind meistens erhitzt: [Der Cashewkern wird meistens] samt des darin enthaltenen [Kerns] in Öl geröstet oder mit Wasserdampf behandelt, einmal, um sie leichter zu öffnen zu können und um Spuren des [giftigen] Schalenöls zu deaktivieren“ [2]
In einem 15 Minütigen Beitrag von Galileo „Der Weg der Cashew“ wird der Weg eines Cashewkerns in der konventionellen Verarbeitung gezeigt. Dieser Weg lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Verarbeitungsprozess aus Galileo

Verarbeitungsprozess aus Galileo

An 2 Stellen der Verarbeitung werden die Cashewkerne lange und stark erhitzt: Beim Rösten und beim Trocknen.
Beim Rösten werden die Cashewkerne 1 Stunde lang in einem Ofen geröstet, damit das in den Schalen befindliche Öl sich verflüchtigt.
Beim Trocknungsvorgang werden die geschälten Kerne 3x für 45 Minuten bei 60-80 °C getrocknet.
Somit alles andere als „rohköstlich“, also unter 42 °C.

Arbeitsbedingungen
Eine Information aus dem Beitrag, die mir auch nicht aus dem Kopf geht: Eine Cashewkern-Knackerin in Kenia füllt an einem Tag Arbeit – für den sie 3,50 € Lohn bekommt – eine 150 g Packung Cashewkerne. [5] In Deutschland kostet eine Packung in bio-qualität 3-4 €. Wo ist der Anteil für den Bauer, Transport etc.?
Anscheinend werden Cashews aus Vietnam zum Teil unter sehr schlechten Bedingungen in Haftanstalten („moderne Sklaverei“) verarbeitet. [10]

Rohkost Verarbeitung bei Keimling
Ich habe den Verarbeitungsweg von Keimling dargestellt, weil ich von diesem Anbieter ausführliche Informationen dazu gefunden habe. Ich bin sehr interessiert daran mehr auch über andere Anbieter zu erfahren. Es gibt auch andere Quellen als Keimling, um Cashewkerne in Rohkost-Qualität zu bekommen. Hier find ein paar andere Anbieter aufgelistet: Bezugsquellen.
In einer Video-Reihe bei YouTube wird der Cashewkern vom Baum bis zum Mus begleitet:

 

Der Verarbeitungsweg grafisch dargestellt sieht wie folgt aus:

Verarbeitungsprozess bei Keimling

Verarbeitungsprozess bei Keimling

Anscheinend ist es möglich Cashewkerne auch zu bekommen ohne die Kerne über 42 °C zu erhitzen.

Unterschiedliche Ergebnisse und Geschmackserlebnisse
Ich habe die Unterschiede der 2 Verfahren besonders im Geschmack und in der Konsistenz wahrgenommen: Die Rohkost Cashewkerne sind knackig und viel vollmundiger im Geschmack.

Verwendung in der Küche
Auch bei den Cashewkernen empfehle ich die Kerne vor dem Verzerr 2 Stunden einzuweichen, damit die Enzyminhibitoren ausgeschaltet werden, auch wenn Cashewkerne wie andere fettreiche Nüsse (Paranüsse und Macadamias) weniger Enzyminhibitoren als andere Nüsse und Samen haben. [8] Cashewkerne zählen übrigens mit 42 g Fett/100 g zu den fettarmen „Nüssen“. [9]

Gutes Schalen-Öl?
Wie wir gesehen haben mach das Öl in der Schale einigen ärger. Was ich spannend finde ist, dass dieses Öl genutzt wird: Durch Destillation wird es „für technische Zwecke verwendet, beispielsweise als Holzschutzmittel gegen Termiten oder, da es zu einer gummiartigen Masse erstarrt, als Bestandteil für die Ausgangsmaterialien von Bremsbelägen“ [2].

Alternative
Als Alternative für bestimmte Zubereitungen wie zum Beispiel pflanzliche Milch, Sahne und Käse bieten sich Hanfsamen an. [3] Der starke Vorteil von Hanf ist der, dass Hanf in Deutschland angebaut wird und nicht unbedingt aus anderen Ländern bezogen werden brauch. Ich selbst kann die Hanfsamen vom Demeter Hof Schwab empfehlen. Dort werden die Hanfsamen mit einer speziellen Schälmühle nach dem trocknen geschält. [4] „Wobei [Hanfsamen] genauso wenig Bestandteil einer natürlichen Ernährung sind – oder kannst du Hanfsamen selber schälen?“ [11]
Alle, die zum Beispiel die Antidepressiven Eigenschaften des Cashewkerns nutzen wollen bzw. deren Körper gerade danach verlangt, empfehle ich auf beste Rohkost Qualität zu achten und möglichst die Kerne mit der Haut zu bevorzugen. Durch die Bessere Qualität und die Haut setzt sie Sättigung (Sperre) bestimmt schneller ein und wird deutlicher zu erkennen sein, weil die Nährstoffe besser erhalten sind und besser vom Körper aufgenommen werden können. Damit wird dann eine kleinere Menge ausreichen.
Zu beachten finde ich auch, dass „Kerne, die sich nur derart aufwändig knacken lassen [wie zum Beispiel Chashewkerne], dürften von der Natur eher nicht als Nahrungsmittel für uns vorgesehen sein. Sicher nicht in größeren Mengen als gelegentlich mal einen oder zwei Kerne.“ [11]

Quellen
[1] Rohe Cashewnüsse
[2] Cashew
[3] Warum Hanfsamen die besseren Cashews sind
[4] Unser fränkischer Hanf
[5] Der Weg der Cashew
[6] Cashews Are A Natural Anti-Depressant
[7] Herstellung von Cashewmus in Rohkost-Qualität in Indonesien
[8] Nüsse – Einweichen und Verwendung
[9] Cashewkerne
[10] IGFM initiiert Kampagne gegen Produkte aus der modernen Sklaverei
[11] Cashews in der Rohkostküche 

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2 Gedanken zu “Cashew

  1. Also das Cashews zu den fettREICHEN Nüssen zählen stimmt nicht! (das steht übrigens auch in dem Link 😉 ) Mit 42% Fettgehalt sind sie sogar die fettärmsten (ausgenommen Leinsamen) aus der Gruppe der Nüsse+Saaten!

    Ausserdem, das Cashews sehr viel erhitzt werden, spricht noch etwas anderes gegen deren Verwendung- zumindest gegen die Verwendung von Cashews einiger Hersteller: http://www.igfm.de/laender/vietnam/vietnam-boykott-gegen-blut-cashewnuesse/

    Gefällt mir

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